
Handball: Der ASV Hamm-Westfalen ist auch im vierten Heimspiel in Folge ungeschlagen geblieben. Nach einem dramatischen Zweitligaspiel teilte sich die Mannschaft von Cheftrainer Michael Hegemann mit dem HSC Coburg beim 27:27 (15:13) die Punkte. Die Gäste schafften damit im fünften Auswärtsspiel in Serie keinen Sieg.
Unter dem Strich bewerteten beide Trainer den Ausgang als leistungsgerecht, auch wenn sich das Unentschieden etwa bei HSC-Torwart Fabian Apfel weniger gut anfühlte. „Eigentlich darf Hamm gar nicht mehr in den Angriff kommen“, meinte der Coburger, der wie zuletzt gegen Minden mit 15 Paraden erneut eine Spitzenleistung ablieferte. Denn genau 15 Sekunden vor dem Ende hatten die Gäste noch die Chance, zum 28:26 einzunetzen, nutzten diese aber nicht. Fünf Sekunden vor Schluss glich Julius Meyer-Siebert vor 1.950 Zuschauern in der Westpress-Arena doch noch aus. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, dafür dass sie bis zum Ende alles gegeben hat und Moral und Charakter bewiesen hat“, fühlte es sich für Hegemann am Ende auch eher wie „ein gewonnener Punkt“ an.
„Ein Spiel mit vielen Phasen“
„Allerdings gab es auch Phasen, in denen wir uns deutlicher hätten absetzen können. Das haben wir verpasst, so war es ein Spiel mit vielen Phasen“, so der Trainer weiter. Das haben wir verpasst, so der Trainer weiter. Eine dieser Phasen war zwischen der 41. und 46. Spielminute, als die Westfalen aus einem 17:16 ein 19:16 machten und später auch noch mit 21:19 führten. Aber auch die Gäste waren phasenweise tonangeben, wie in der Anfangsviertelstunde, nach der sie noch mit 10:8 vorne lagen. Mit vier Treffern in Serie, davon in Überzahl zwei Tore ins leere Gehäuse des HSC von Florian Drosten und Jakub Sterba, drehten die Gastgeber die Partie und blieben bis zur 50. Minute in Führung. Danach war es ein offener Schlagabtausch mit bekanntem Ausgang, in dem sich ASV-Spielmacher Yonatan Dayan möglicherweise schwerer am Sprunggelenk verletzte. Der israelische Nationalspieler landete unglücklich auf dem Fuß von Bartlomiej Bis und konnte die Partie nicht mehr fortsetzen. „Er ist bereits auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir müssen abwarten, was die Diagnostik ergibt, hoffen aber natürlich das Beste“, erklärte Hegemann in der Pressekonferenz.
Marcos Colodeti feierte nach monatelanger Verletzungszeit ein Comeback
Einen besonderen Moment bescherten die Westfalen, denen noch die verletzten Spieler Tom Jansen, Fabian Huesmann und der infektgeplagte Philip Jungemann fehlten, ihren Fans dann aber noch in der Schlussphase, als der Brasilianer Marcos Colodeti nach monatelanger Verletzungszeit für drei Angriffe ein Comeback feierte. Colodeti hatte sich ausgerechnet im Hinspiel in Coburg das Schienbein gebrochen. „Wir hatten gehofft, mit ihm noch einen Impuls geben zu können“, erklärte Hegemann später. Da hatte allerdings Coburgs Mikael Helmersson etwas gegen, der in Schlussphase offensiv der entscheidende Akteur beim HSC war.
ASV Hamm-Westfalen – HSC Coburg 27:27 (15:13)
ASV: Warrer, Hertlein, Colodeti – Meyer-Siebert (3), Böttcher, Machner, Hüter (1), Drosten (5/2), Sterba (5), Preußner (5), Haunold, Bornemann (1), Dayan (1), Stüber (3), Jacobs, Coßmann (3).
HSC: Apfel, Boukovinas – Dettenthaler (2), Bis (5), Fuß (4), Ossowski, Billek (3), Lisac (2), Krone, Helmersson (4), Knauer, Valkovskis (5), Röller, Schäffer, Schmidt (2/2).
Zeitstrafen: ASV 8 Min, HSC 10 Min (Rote Karte Schäffer 54. wg. dritter Zeitstrafe).
Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper.
Bildzeile. Ian Hüter traf einmal für seinen ASV im Heimspiel gegen Coburg / Foto Henning Wegner.
